unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Autorin: @bycatherineegan
Übersetzer: Leo H. Strohm
Verlag: @fischer.sauerlaender_kids
Inhalt:
In einer gar nicht so fernen Zukunft, in der die Klimakatastrophe gewaltige Flüchtlingsströme, verdreckte Städte und grassierende Armut verursacht hat, wird dem 13-jährigen Asher angeboten, ein Jahr in der Factory zu verbringen. Angeblich handelt es sich dabei um ein wundervolles Bildungszentrum mit sicherer Unterkunft, gutem Essen und viel Freizeit. Asher, der uneheliche Sohn eines einflussreichen Senators, kann sein Glück kaum fassen. Seine Mutter erhält eine finanzielle Entschädigung, sein späteres College wird bezahlt und er bekommt zudem eine exzellente Schulbildung. Wahnsinn.
Die Factory sieht jedoch ganz anders aus als auf dem Werbeflyer. Stacheldraht, schwer bewaffnete Wachleute, unheimlich wirkende Wissenschaftler und nicht zuletzt die frühe Begegnung mit einem völlig verwirrten Kind, das offensichtlich nicht weiss, wo es sich befindet, lassen erste Zweifel in ihm aufsteigen.
Spätestens als er in eine Art Röhre gesteckt und ihm irgendetwas extrahiert wird, merkt Asher, dass hier ganz und gar nichts stimmt. Zusammen mit neün Freunden versucht er herauszufinden, was den Kindern entnommen wird, welche Ziele die Factory wirklich verfolgt und wieso sein Vater so sehr darauf gedrängt hat, ihn dorthin zu schicken.
Meinung:
Catherine Egans Science-Fiction-Roman ist ein wilder Ritt. Die Autorin spannt uns lange auf die Folter, bevor wir erfahren, was genau aus den Protagonisten herausgeholt wird. Dies gelingt ihr durch einen wunderbar flüssigen und zugänglichen Schreibstil. Zwischendurch gibt es immer wieder Einschübe, die beschreiben, was Asher in Zukunft NICHT mehr tun wird. Anfangs ist das etwas verwirrend, weshalb ich diese Passagen zugegebenermassen zunächst nur überflogen habe.
Gegen Ende wird dieses „Was nicht passiert“ jedoch enorm wichtig, sodass ich noch einmal zum Anfang des Buches zurückgeblättert habe.
Die Charaktere, insbesondere Violet, sind mir schnell ans Herz gewachsen. Vi ist impulsiv, mutig und loyal, hat aber auch eine kleine, verrückte Ader. Asher hingegen ist neugierig, handelt deutlich überlegter als Vi und ist viel besser in der Lage, seine Situation einzuschätzen.
Die Geschichte ist äusserst spannend und leider gar nicht so weit hergeholt. Man kann sich durchaus vorstellen, dass es in einer solchen Welt gewissenlose Menschen gibt, denen die Zukunft von Kindern völlig egal ist.
Fazit:
Ein grossartiger, dystopischer Science-Fiction-Roman für Jugendliche. Er ist packend geschrieben und macht dank eines überraschenden Endes, das regelrecht Gänsehaut verursacht, zu 1000 Prozent Lust auf eine Fortsetzung.
Buchreihe:
The Factory – Es gibt kein Entkommen
The Experiment – Die Zeit kennt keine Gnade
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