unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Autorin: @silke_sutcliffe
Verlag: @verlagmonikafuchs
Inhalt:
Alice und Jule sind schon immer die besten Freundinnen gewesen. Sie kennen sich ihre ganze Kindheit lang, haben keine Geheimnisse voreinander und wenn Alice in Jules Augen blickt, weiß sie genau, was ihre beste Freundin denkt.
Ein neuer Junge kommt in ihre Klasse. Bastian heißt er, ist total nett und sieht fantastisch aus. Er ist witzig, verschmitzt und scheint sich relativ schnell in Jule verguckt zu haben. Alice fühlt sich immer mehr wie das fünfte Rad am Wagen. Das alberne Geturtel geht ihr ziemlich auf die Nerven.
Und doch erwischt sie sich immer wieder dabei, dass sie Bastian zu lange in die Augen schaut. Dass sie auf Berührungen von ihm wartet und heftig reagiert. Doch Bastian hat ein dunkles Geheimnis. Krebs? Seine Ex-Freundin behauptet, dass es nicht so ist. Und tatsächlich kommt Bastian auch nicht von „weiter weg, der Ostsee“, wie er behauptet. Was verbirgt er und warum spielt er Alice und Jule gegeneinander aus?
Meinung
Ich habe Bastian nicht gemocht, ich habe auch nicht verstanden, warum eine so tiefe Freundschaft zwischen Jule und Alice so hart auf die Probe gestellt werden kann, nur weil da irgendein Typ ist. Aber tatsächlich hat Silke Sutcliffe es geschafft, die Geschichte so zu erzählen, dass man wirklich alles versteht. Dabei wird natürlich vieles klarer und umso schockierender. Wobei ich „schockierend“ gar nicht so richtig als passenden Begriff verwenden möchte.
Die Geschichte behandelt mentale Probleme: Depressionen (Alice‘ Mutter) und den Wunsch eines Kindes, vom Vater „erzogen“ zu werden, anstatt immer nur zu hören, dass alles gut sei, wie es eben ist. Ich kann nicht zu sehr ins Detail gehen, ohne zu spoilern, was mit Bastian tatsächlich los ist und dass ich seine Beweggründe sogar irgendwie verstehen kann.
Silke schreibt die Story so, wie es einer Jugendlichen aus dem Kölner Raum vermutlich ergeht: Am Rheinufer abhängen, Rotwein trinken, die Sportzigarette … Erfahrungen mit Pilzen. Dabei die erste, aufflackernde Liebe und die Neugierde. Eifersucht zwischen besten Freundinnen, die sich voneinander entfremden, weil ein Typ mit beiden ein (böses) Spiel spielt. Das ist fesselnd, aber es nagt auch an einem.
Fazit: (nicht lesen, weil nicht spoilerfrei)
Ich wusste vorher nicht genau, was Borderline ist. Ich wusste nicht, wie sehr die Persönlichkeit von Menschen durch diese Krankheit beeinflusst sein kann. In einem Moment ist jemand der liebste, verständnisvollste Mensch der Welt, im nächsten Moment macht die Person etwas unnötig Risikovolles. Das Buch hat mich belastet, aber ich habe auch nicht aufhören können weiterzulesen. Und ist das nicht die Aufgabe einer Autorin? Eine Story so gut zu schreiben, dass man das Buch nicht weglegen kann? Das hat Silke Sutcliffe auf jeden Fall geschafft. Nehme ich aus dem Buch eine positive Erfahrung mit? Auf jeden Fall.
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