Armada – Ernest Cline

Fischer Tor / 22. Februar 2018 / Taschenbuch / 416 Seiten / 9,99 € / ISBN 978-3596296613

Klappentext

Du hast gedacht, es ist nur ein Computerspiel. Raumschlachten gegen Aliens in der virtuellen Realität, Heldentaten für den Highscore. Du hast falsch gedacht. Es war ein Training für den Ernstfall. Die feindlichen Außerirdischen gibt es wirklich, ihre Raumschiffe nehmen Kurs auf die Erde. Und es gibt nur eine Hoffnung: Euch, die Gamer.

Handlung

Zack Lightman’s Leben ist – abgesehen von der Tatsache, dass sein Vater noch vor Zack’s ersten Geburtstag verstarb – ein normaler 18jähriger Typ. Er neigt zwar manchmal zu Gewaltausbrüchen, aber er arbeitet daran, sich unter Kontrolle zu kriegen. Er vermisst seinen Vater, der wohl ein Game-Nerd war. Allerdings ist ihm sein alter Herr auch ein wenig unheimlich, denn Zack findet auf dem Dachboden Notizen seines Vaters, die eine irre Verschwörung offenbaren und zwar, dass die Computerspielindustrie letztendlich nur den Auftrag hat, Gamer für einen Konflikt gegen Aliens vorzubereiten.

Nachdem Zack morgens in der Schule ein Ufo, das eine 1:1 Kopie eines gegnerischen Raumschiffes aus seinem eigenen Lieblingsspiel „Armada“ in der realen Welt sieht, zweifelt er an seinem eigenen Verstand, allerdings nur so lange, bis er tatsächlich selbst von der Earth Defense Alliance, die er bis dahin auch nur für fiktiv hielt, als Kämpfer gegen eine Alien-Invasion rekrutiert wird

Zum Autor Ernie Cline

Ich bin ein Fanboy von Ernest Cline. Ich mochte den Film „Fanboys“ relativ gerne und das Buch „Ready Player One“ (Review hier) habe ich geliebt. Und ja, ich verteidige auch vehement die Verfilmung von Spielberg, da der Film den besten Kompromiss zwischen Roman und Actioner vereinigt hat. Es wäre einfach nicht sinnvoll gewesen, einen Schwarzmagier gegen einen Avatar „Joust“ spielen zu lassen, egal wie witzig das im Buch war.

Ernest Cline ist (und ich meine das liebenswert) ein Paradenerd. Nicht ganz so extrem, wie bei Ready Player One, wird bei Armada zu jeder Zeit meine Kindheit und Jugend zelebriert. Die 80er Jahre mit Spielen und Filmen wie Star Wars, Asteroids, Tie Fighter und eben auch die Rockmucke der späten 70er und frühen 80er. Cline selbst fährt privat einen DeLorean mit einem K.i.t.t. Scanner und mehr muss man dazu auch nicht sagen. Der Typ ist mega-schräg und ich feiere das.

Meinung zum Buch

„Ein Typ, der von einem Computerspiel auf einen Weltraumkrieg vorbereitet wird? Das kenn ich aus Starfight oder Ender’s Game!!“ höre ich die Nerds unter unseren Lesern aufschreien und ja, Cline hat sich reichhaltig bei diesen Filmen und Büchern bedient. Das weiß er auch, er zitiert diese Filme und Bücher sogar. Gerade die Referenzen auf „Starfight“ sind ziemlich offensichtlich. Im Grunde ist das sogar fast dieselbe Handlung, aber eben nicht ganz. Die Bedrohung auf die Erde ist viel direkter, als bei Starfight und als Zack rekrutiert wird, steht der direkte Angriff der Aliens auf die Erde direkt bevor. Auch ist Zack im Gegensatz zum Starfighter-Alex nicht direkt im Kampf, sonden die EDA-Piloten steuern Drohnen und haben unwissentlich sogar Einsätze gegen die Aliens geflogen.

Da „the last Starfighter“ zu meinen Lieblingsfilmen gehört, kann ich Ernest Cline seine Hommage nicht übel nehmen. Und natürlich bin ich ein Fan der ganzen 80er-Games und Science-Fiction-Verweise. Ich bin auch wirklich heiß auf die angeblich 2023 kommende Verfilmung des Stoffes.

Aber: Wenn jemand anders dieses Buch geschrieben hätte, wäre ich komplett ausgeflippt und hätte das Buch gefeiert. Leider hat Ernest Cline das Buch geschrieben und das ist eben der Typ, der Ready Player One gemacht hat. Wenn Ready Player One der helle Stern in einem Universum ist, dann ist Armada ein Mond, der relativ weit entfernt von diesem Stern ist. Armada macht wahnsinnig viel Spaß, ich mag sogar die ziemlich flach gezeichneten Charaktere recht gern. Das Ding ist nur, dass ich dank Ready Player One weiß, was Ernest Cline wirklich kann.

Armada ist fantastisch, wenn man Ready Player One nicht gelesen hat. Denn im direkten Vergleich gegen sein eigenes Buch wirkt Armada leider relativ aufgesetzt.

Ich mag das Buch trotzdem sehr gerne, das gebe ich zu.

2019 – der Jahresrückblick

JoFeMaLu.de ist nicht tot. Wir (also Dani und ich) hatten nur unglaublich viel zu tun. Ich selbst habe einen Jobwechsel hinter mir und Dani hat jede Menge Bücher gelesen. Außerdem haben wir noch ein paar Schwierigkeiten, die Bücher so zu präsentieren, dass wir selbst zu 200% hinter dem Konzept stehen. 2020 steht also insofern unter guten Sternen, weil wir hier doch einiges an Ideen haben und JoFeMaLu.de verbessern wollen, für euch.

Aber gut, jetzt reden wir erst einmal über das letzte Jahr. Ich habe nicht so wahnsinnig viel gelesen. Scharnow vom Bela B. und NSA vom Eschbach waren dabei. Außerdem ist „His Dark Materials“ gerade als aufwendige HBO-Serie erschienen, also kram ich noch mal diese Bücher raus.

Mit den Kindern haben wir die fantastischen „Land of Stories 1+2“ gelesen, die wir hier auch noch besprechen müssen. (Aber auch das erst 2020.)

Versuchen wir es doch mal mit Statistiken: Wir reden hier also von ungefähr 3 Tagen pro Buch. Der Schnitt ist ziemlich cool. Wir reden nämlich auch von ca. 56.000 Seiten / Jahr. Insgesamt schafft Dani irgendwas zwischen 9 und 18 Büchern im Monat.

Unter den gelesenen Büchern findet sich so ziemlich alles vom Lyx-Verlag, extrem viel Zeug von Selbst-Publishern (Poppy, Huhu ;)) und unser Bücherregal hat mittlerweile besorgniserregende Größen angenommen.

Meine (Marcels) DVD/Bluray-Sammlung wurde mittlerweile aus 2 Regalen in ein einziges geprügelt und ’ne Firma wie Ikea sollte uns eine Billy-Regal-Flatrate spendieren.

Zwei der drei Kinder sind mittlerweile auch begeisterte Leser (auch hier haben wir Pläne, das irgendwie mit ins Portfolio von JoFeMaLu.de einzubauen), so wird Tafiti rauf und runter gelesen und das mittlere Kind ballert aktuell alles von Rick Riordan („Percy Jackson“) durch, sowohl auf Papier, als auch auf dem Kindle.

Hörbücher sind mein Begleiter, so habe ich neben „Ready Player One“ auch „Armada“ von Ernest Cline durch und ich habe auch versucht, mir mehr von Andreas Eschbach zu geben.

Dani’s Bücherliebe liegt weiterhin zentral auf dem Bereich „New Adult“, aber auf der Todo-Liste liegt noch „Der Pakt“ und die restlichen „Outlander“-Saga-Teile. Mal gucken, ob wir das 2020 gelesen – und viel wichtiger – auch rezensiert bekommen.

Hier also nochmal ein paar Zahlen:

  • 150 Bücher
  • 56.0000 Seiten
  • 1 Buch / 3 Tage
  • ø 12 Bücher / Monat

Möge 2020 wieder ein bißchen mehr aus Schreiben bestehen und weniger aus Lesen. Wir, Dani und Marcel, wünschen euch ein wunderbares Jahr 2020 und einen guten Rutsch.

Die Verborgenen

Klappentext

Detective Bryan Clauser und sein Partner Pookie Chang werden zum Schauplatz eines grauenhaften Mordes gerufen. Bryan bemerkt dort einen seltsamen Geruch, der nur ihm auffällt. Er fühlt sich seltsam in letzter Zeit, makabre Visionen suchen ihn heim. Weitere blutige Morde geschehen. Alle Hinweise deuten auf einen spurlos verschwundenen Jungen. Die Cops geraten auf die Spur eines unheimlichen Kults, während Bryan merkt, dass er sich zu verändern beginnt. Es gibt etwas, das unter den Straßen der Metropole lebt, das lauert und sich vermehrt. Es kommt in der Nacht …

Meinung

Scott Sigler ist für seinen direkten Schreibstil bekannt. Die Geschichte um Brian Clauser, einem introvertierten Bad Cop und seinen besten Kumpel, den immer gut gelaunten Good Cop Pookie Chang beginnt zuerst wie ein Buddymovie im Stil von „Lethal Weapon“ oder „Bad Boys“. Beide Cops ermitteln im Umkreis der San Francisco Mafia und geraten eher zufällig in eine unheimliche Mordserie.

Dabei nimmt Bryan einen seltsamen Geruch wahr und als wenn das nicht schlimm genug wäre, scheint er von Morden zu träumen, die am nächsten Tag bittere Realität wären.

Sigler gibt von Anfang an Vollgas. Das ist sein Style und ich bin zugegebenermaßen ein echter Fanboy. Ich liebe alles von Scott Sigler und ich werde auch weitere Bücher von ihm hier rezensieren. Die Geschichte entwickelt sich von einem Copmovie über einen knallharten Horrorthriller hin zu einer Art „kranker Superheldenfilm“ und ist dabei ständig auf Anschlag.

Ich liebe diese Geschichte einfach und halte „Nocturnal“ für eines der besten Bücher der Welt.

Dog Man

Halb Mann, halb Hund, ganz Held. Mach dich bereit für Aktion, Spannung, Romantik und Lacher

Trailer von Dogman

George und Harold trafen sich im Kindergarten und wurden beste Freunde. Sie lernten, Comics zu zeichnen und ihr erstes, episches Abenteuer war „Dog Man“. Dog Man war einmal ein Mann und sein Polizeihund. Durch eine Bombe und die darauf folgende Operation wurde der schlaue Kopf des Hundes auf den kräftigen Körper des nicht so schlauen Polizisten gesetzt.

Und wenn ihr meint, die Situation ist schon völlig abstrus, dann solltet ihr Dog Man von Dav Pilkey unbedingt zum Ende lesen. Die Ausgangssituation ist schon ziemlich seltsam und das Comic lebt von diesen schrägen Ideen und Pilkey zieht diese schrägen Ideen gnadenlos durch.

Der sechsjährige Sohn von uns liest nicht ganz so begeistert, wie der Rest der Familie, aber die Dog Man Geschichte konnte der kleine nicht weg legen und hat das Buch quasi verschlungen.

Wir haben Dog Man im Zuge einer Lovelybooks-Leserunde „entdeckt“ und auch wenn es sich um einen Comic für Kinder handelt, kann auch der Papa das Buch nicht weglegen. Ich bin ja Fan von Captain Underpants auf Netflix und da Pilkey auch für dieses Comic verantwortlich ist, hat mich das Buch fasziniert.

Buchreihe:

Dog Man

Dog Man – Von der Leine gelassen

Dog Man – Eine Geschichte von zwei Kätzchen

Dog Man und Cat Kid

Dog Man – Der Herr der Flöhe

Dog Man – Das Jaulen der Wildnis

Dog Man – Wem die Pausenglocke schlägt

Dog Man – Fang – 22

Dog Man – Schmutz und Sühne

Dog Man – Sturm und Drang

NSA – Nationales Sicherheitsamt

Foto selbstgemacht.

Klappentext

Weimar 1942: Die Programmstrickerin Helene arbeitet im NSA, dem Nationalen Sicherheits-Amt, und entwickelt dort Komputer-Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reiches überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sich nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet.

Zu meiner Story mit Eschbach

Zu Andreas Eschbach bin ich durch einen seltsamen Zufall geraten. Ich klickte mich durch die Hörbücher bei Deezer durch und dort tauchte das Buch „Exponentialdrift“ auf, welches ich mir auf den täglichen Wegen zur und von der Arbeit jeden Tag anhörte. Ich bin so drauf, dass ich mir dann angucke, was solche Menschen denn noch so veröffentlicht haben und was die Leute sonst so machen. Beim Eschbach tauchten halt Referenzen zum Perry Rhodan Universum auf und irgendwie bekam ich auch mit, dass er für so illustre Sachen, wie „das Jesus-Video“ verantwortlich ist.

Alles irgendwie Zeug, was mich interessieren könnte. Als ich mit NSA anfing, schien das schwarzrotweisse Cover mir in so ziemlich jedem Buchladen und Supermarkt entgegen und an meinem Geburtstag schenkte mir die beste Frau der Welt NSA. Ich wusste aufgrund des Covers natürlich schemenhaft, um was es ging, aber als ich dann in die Welt von Helene, Eugen, Arthur und Co. eintauchte, war es um mich geschehen. Ich wollte, dass es weiter ging und ich genoss jede Sekunde mit diesem Buch.

Handlungsübersicht

Im Jahr 1942 sind Helene Bodenkamp und Eugen Lettke Angestellte des NSA, des Nationalen Sicherheits Amts. Die Deutschen befinden sich im 2. Weltkrieg und es sieht nicht wirklich gut für die Nazis aus. Doch Deutschland ist die führende Nation im Bereich Informationstechnik. Komputer gehören zum Alltag und die Leute speichern alles in der Cloud, da eigene Datenspeicher langsam sind. Die Cloud heißt hier „Weltnetz“ und die Dienste wie „Tagebuch“ oder auch Geldtransfers werden über die Datensilos (=„Server“) des NSA abgespeichert und verwaltet. Programme werden nicht geschrieben, sondern von talentierten Frauen wie Helene gestrickt. SQL gibt es nicht, die Sprache heißt hier SAS und bedeutet eigentlich dasselbe. Analysten wie Eugen Lettke (Projektleiter) geben den Programmstrickerinnen Abfrage-Aufgaben, die in Programme gestrickt werden müssen.

Da alles in den Datenspeichern hinterlegt ist, kann Eugen Lettke seine persönliche Rache an früheren Schulkameradinnen durchführen, indem er kompromittierendes Material in deren Emails (Elektropost) findet und sie damit erpresst. Nachdem er Helene beim Klauen erwischt, übt er Druck auf sie aus, damit sie ihm das Programmstricken beibringt, und er ist anschließend in der Lage, seine Abfragen präziser zu formulieren und noch mehr Daten für sich zu ergattern.

Helene stellt irgendwann ein Programm zusammen, dass die Anzahl von gemeldeten Personen in einem Haushalt mit den Lebensmittelausgaben dieses Haushaltes vergleicht. Helene hat diese Aufgabe relativ naiv programmiert, weil es einfach mal funktionierte und sehr gute Daten lieferte. Die Nazis, insbesondere Himmler, nutzten dann diese Daten, um zum Beispiel die Familie Frank in Amsterdam zu finden.

Helene verliebt sich in einen Deserteur, der bei ihrer besten Freundin versteckt ist und nun gerät sie in Gefahr, dass ihre eigenen Codes die Liebe ihres Lebens verraten.

Parallelen zu heute

Also: Wir haben hier einen Sciencefiction-Roman, der in der Vergangenheit spielt und sich an den vorhandenen Techniken wie WWW, Telefonortung und später sogar Künstlicher Intelligenz bedient. Gleichzeitig haben wir es mit den späten 30ern und frühen 40er-Jahren zu tun, in denen es schon fatal war, wenn man Hitler beleidigte und eigentlich gar keiner zuhörte, außer vertrauten Freunden.

Wir HABEN heute Cloudspeicher und seit März wissen wir auch, dass Amazon-Mitarbeiter über den Alexa-Dienst problemlos Schnipsel von Privatgesprächen aufgreifen konnten. Wir haben auch kaum noch eigene physikalische Speicher, wir hinterlegen alles in der Cloud und tauschen uns in Foren aus, die angeblich ja keiner mitlesen kann. (Facebook). Wir bewegen uns und haben immer unser Smartphone dabei und erstellen so, unbewusst, Bewegungsprofile. Der größte Unterschied zwischen unserer Gegenwart und der Fiktion bei NSA ist lediglich, dass Helene und Eugen nicht in einer Demokratie aufwachsen, sondern in einer Diktatur, die die „neuen Technologien“ für komplexe Datenanalyse ausliest.

Kritik

Bevor ich NSA gelesen habe, habe ich, obwohl ich IT-Experte bin, gar nicht wirklich darüber nachgedacht, dass die Anzahl gegessener Kartoffeln in Relation mit eventuell versteckten Personen in meinem Haushalt in Relation gesetzt werden könnte.

Insofern hat mich das Buch positiv überrascht und spiralförmig in einen Wirbel von Ereignissen reingezogen, der mich am Ende aufgewühlt und wütend zurückließ. Tatsächlich hat mich NSA wirklich fertig gemacht. So fertig, dass ich diverse Social-Media-Apps gar nicht mehr nutze und mein Handy auch nur noch im Notfall dabei haben will. (Wobei der Flugmodus fast immer eingeschaltet ist)

Alles in allem schreibt Andreas Eschbach sehr flüssig und spannend und ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich für moderne Kommunikationsmittel interessiert und/oder auch diesen ganzen Internetquatsch mit Argusaugen beobachtet. NSA hat einen Ehrenplatz in der Liste meiner Lieblingsbücher und ich werde definitiv mehr vom Andreas lesen.

Das kleine böse Buch

Und schon gibt es das erste Review eines Kinderbuches hier auf JoFeMaLu.de, wobei das natürlich dem kleinen bösen Buch nicht gerecht wird und es sicherlich sauer auf mich sein wird, wenn ich es als kleines Kinderbuch bezeichne. Nun denn, da muss ich wohl durch und den Fluch des Buches ertragen, wie ein richtiger Mann.

Ihr seht schon, dieses Review ist ein wenig anders, denn das kleine böse Buch von Magnus Myst ist ein interaktiver Gruselspaß für mutige Kinder.

Das Buch spricht den Leser an. Das Buch spricht den Leser wortwörtlich an, es durchbricht die „vierte Wand“ und gibt dem Leser Aufgaben. So werden die ersten paar Seiten noch chronologisch gelesen, bis das Buch dich fragt, ob du mutig genug bist. Je nachdem, was du antwortest, musst du dann auf einer anderen Seite weiterlesen.

Im Buch ist neben dir als Leser noch ein früherer Leser gefangen, der dir auch Tipps gibt, die Rätsel zu lösen. Manchmal leitet dich die andere Figur aber absichtlich in finstere Kerker. Das Buch lockert diese Handlung noch mit Geschichten über freche Kinder und besonders artige Kinder auf.

Dieses Review kann dem Buch nicht gerecht werden, weil das kleine böse Buch wirklich schräg ist. Der jüngste Sohn von uns ist eigentlich kein begeisterter Leser. Myst’s böses Buch hat der 6-jährige so weggelesen und war begeistert. Und so ging es mir auch, ich war begeistert, aber verratet es dem kleinen bösen Buch nicht.

Das kleine böse Buch bei Amazon (Affiate Link)

Buchreihe:
Das kleine böse Buch
Das kleine böse Buch – Jetzt noch gefährlicher!
Das kleine Böse Buch – Deine Zeit ist gekommen!
Das kleine böse Buch – teuflisch gut!
Das kleine böse Buch – Unheimlich magisch!
Das kleine böse Buch – Monstermäßig fies!
Das kleine böse Buch spezial – Her mit deinen Freunden
Das kleine böse Rätselbuch – Lösen gefährlich!

Das kleine böse Buch – Unvorstellbar schrecklich!
Das kleine böse Buch – Spooky!

Das kleine böse Buch -Adventskalender

Das kleine Böse Buch – Adventskalender – Fies und Frostig!


Was bedeuten dir Bücher?

JoFeMaLu.de entstand aus dem Wunsch heraus, über Lieblingsbücher zu schreiben und sich Gedanken darüber zu machen, was sich die Autoren bei den Büchern eigentlich gedacht haben. Wir lieben Bücher, darum schreiben wir über Bücher.

In Zeiten von Streaming-Diensten haben sich unsere Sehgewohnheiten verändert. Dank Diensten wie „Deezer“, „Audible“ oder neuerdings auch „Bookbeat“ haben sich auch unsere Hörgewohnheiten verändert. Bücher können wir nun auch hören. Wie siehst Du das? Liest Du lieber? Hörst du lieber zu?

Dank E-Paper können wir tausende von Büchern auf einen Trip mitnehmen. Die Kindles und Tolinos dieser Welt ermöglichen es uns, überall unsere Bücher dabei zu haben und überall zu lesen. Ich und Dani lesen lieber klassisches Papiert, aber wie ist das bei euch?

Photo by Eugenio Mazzone on Unsplash

Die Schatzinsel – Robert Louis Stevenson

Piratenschiff

Die Schatzinsel von Robert Louis Stevenson muss man noch erklären? Es geht um den Schiffsjungen Jim Hawkins, der zufällig an die Schatzkarte vom legendären Captain Flint kommt und zusammen mit Squire Trelawney, Dr. Livesay und eben leider auch mit dem üblen Piraten John Silver den Schatz suchen und finden will. Diese Ein-Satz-Zusammenfassung wird dem Buch bei Weitem nicht gerecht, denn es handelt sich um einen spannenden „Bericht“ über eine Schatzsuche. Das Leben an Bord eines Segelschiffes wird geschildert, die Geheimnisse der Dschungel-Schatzinsel werden entschlüsselt und es gibt jede Menge Mord und Kampf. 

Das Buch ist bei Erscheinen 1881 schon ein spannender Reiseroman gewesen. Damals kannte man die Welt der Meere ja ausschließlich aus Erzählungen und für mich ist dieses Buch die Definition des Piratenbuches. So romantisch und gleichzeitig brutal, wie die Piraten hier in diesem Buch geschildert werden, so sehe ich die Freibeuter der Meere. Ein Computerspiel wie Monkey Island wäre ohne die Schatzinsel gar nicht möglich gewesen und auch die Piraten aus Fluch der Karibik wurden maßgeblich von Stevensons Schilderungen über das Piratenleben beeinflusst.

Tatsächlich finde ich allerdings keine einzige Verfilmung des Stoffes wirklich gelungen und das, obwohl es meines Wissens mindestens 15 Verfilmungen davon gibt.

Wenn du also auf Abenteuerromantik, Piratenschiffe, Morde und eine blumige Schreibweise stehst, solltest Du dir die Schatzinsel auf jedenfall mal durchlesen.

Photo by David Dibert on Unsplash

Ernest Cline – Ready Player One

Klappentext

Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!

Erster Satz

Jeder in meinem Alter erinnert sich daran, wo er war und was er gerade getan hat, als er zum ersten Mal von dem Wettbewerb hörte.

Rezension

Ich bin aufgrund des Filmtrailers auf dieses Buch aufmerksam geworden. Im Trailer sieht man jede Menge Figuren aus den 80er Jahren in einer virtuellen Welt gegeneinander ein Rennen fahren. Der Film ist von Steven Spielberg, was für mich oft als Argument reicht. Gerade, wenn der Meister das allererste Mal seit Jahren wieder etwas im Science-Fiction-Bereich macht, werde ich aufmerksam. So kam ich auf die Idee, mir das Hörbuch für meine doch relativ langen Fahrten zwischen zuhause und der Arbeit zu besorgen.

Die Welt ist 2044, also in ca. 25 Jahren einfach nur noch ein überbevölkertes Drecksloch mit viel zu vielen Menschen und viel zu wenig Energieressourcen. Alles, was wir alle mal schön fanden, wurde durch Kriege und Ausbeutung zerstört und unser technologischer Fortschritt hat als Ergebnis, dass wir uns in eine VR-Welt einloggen, weil die echte Welt einfach zu beschissen geworden ist. Im Jahr 2044 ist es normal, sich seine Laserbrille aufzusetzen und in die global vernetzte Welt OASIS einzutauchen. In der Oasis können wir spielen, wir können jemand ganz anderes sein, wir können dort sogar arbeiten und zur Schule gehen. Die OASIS ist die Welt, die wir gerne hätten.

Der Gründer und Hauptentwickler der Softwarefirma hinter OASIS, James Halliday stirbt aufgrund eines Krebsleidens. Sein Vermögen, 240 Milliarden Dollar und eine Beteiligung an der Softwarefirma,  soll derjenige bekommen, der ein sogenanntes Easter Egg im VR-Spiel OASIS findet. Das Egg findet man aber nicht nur durch Suchen, sondern man muss viele vertrackte Rätsel lösen und richtig gut in den Computerspielen der 80er Jahre sein (Pacman, Joust, Donkey Kong), um überhaupt den ersten Hinweis zu erhalten. 5 Jahre nach dem Tod von Halliday hat noch keiner das allererste Rätsel gelöst. Doch irgendwie kommt Wade Watts durch Recherche im Bereich Pen-and-Paper-Rollenspiel auf die erste Lösung und jeder weiß nun, dass das Easter Egg echt sein muss und jeder will das Geld. Unternehmen wollen die OASIS-Firma und schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Das ist die Ausgangssituation: Wade ist ein Nerd, der im Grunde immer in der OASIS rumhängt, und dort auch die Schule besucht. Er ist ein Fan von Halliday und kennt alle 80er Jahre Remineszenzen und streitet sich mit seinen Kumpels auch darüber, ob die Ewoks als TV-Film nun großartig oder absoluter Schrott war. Er nutzt auch gerne Zitate aus Ghostbusters oder erwähnt nebenbei, dass er aus Spaß für den Atari 2600 ein kleines Spiel programmiert hat. 

Für mich, der in den 80ern groß geworden ist, ist dieses Buch eine gigantische Liebeserklärung an diese Zeit. Ich lese/höre so viele Passagen, bei denen ich mir denke, dass ich das genau so in Highlander gehört habe oder die Figuren sprechen über L33t Sp3ak (Leetspeek) und das Fidonet. In Streits wird darüber sinniert, ob Richard Donner neben Lethal Weapon und „halloooo, Goonies?“ auch Scheissfilme gedreht hat. Das gilt auch für Steven Spielberg, bei dem sich die Protagonisten darüber auskotzen, dass Indiana Jones 4 gar nicht nötig gewesen wäre.

Purer Nerdporn also.

Dennoch versteckt sich hier nicht nur eine Ansammlung von Hipster-Zitaten. Die Geschichte von Wade ist spannend erzählt. Wie er die Rätsel löst, wie er mystischen halbtoten Zauberern gegenüber steht und wie das Medien-Konglomerat ihn erpresst und in der „wirklichen Welt“ jagt, bedroht und sogar den Tod vieler Menschen einfach so hin nimmt, lässt einen das Buch nicht weglegen. Die Figuren sind dabei wirklich liebevoll gezeichnet. Wade Watts heißt Wade Watts, weil sein Vater ein Comicbuch-Fan war, der Peter Parker verehrte. Gedisst wird in VR-Kellerräumen, bei denen man sich zum Wortgefecht trifft und über verschollene E.T.-Caddys unterhält. 

Ich bin jedenfalls extrem begeistert.

Story: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Spaß: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Figuren: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Scott Sigler Infiziert

Buchcover Sigler Infiziert

Klappentext

Die Epidemologin Margaret Montoya wird bei der CIA mit einer seltsamen Krankheit konfrontiert. Aufgrund eines unbekannten Erregers verwanden sich normale Menschen in Psychopathen, die ihre Familien töten und sich dann selbst auf grauenerregende Weise umbringen. Montoya und die US-Regierung glauben zunächst an eine terroristische Attacke mit einer neuartigen Biowaffe, doch die Wahrheit ist noch viel alarmierender…

Erster Satz

Alida Garcia stolperte durch den dichten Winterwald und zog eine Blutspur hinter sich her, die auf dem blendend weißen Schnee wie der strahlend rote Schweif eines Kometen aussah.

Rezension

Wie es mir immer mal wieder passiert, so stolperte ich am Grabbeltisch des hiesigen Supermarktes vorbei, um mir mal wieder etwas nettes zum Lesen zu besorgen. Ich hatte kurz vorher das Buch Meat von Joseph D’Lacey gelesen, einen dystopischen Thriller mit ziemlich plastischer Gewaltenschilderung. Ich bin einer, der die Bücher aufgrund des Covers kauft. Das „Meat“-Buch hat einen braunen Hintergrund, auf dem man einen Fleischerhaken sieht. Das Cover von Infiziert sieht diesem Buch ziemlich ähnlich. Es gibt einen rostbraunen Hintergrund und das ganze wird garniert von einer schneidend scharfen Geflügelschere. Aber: Hier handelt es sich nicht um Joseph D’Lacey sondern um Scott Sigler. Zu der Zeit wußte ich noch nicht, dass dieser Typ mein Lieblingsautor werden würde.

Sigler lässt sich wenig Zeit mit der Charakterentwicklung. Es gibt einen alternden CIA-Agenten, der seinen Job nicht genug hasst, um damit aufzuhören. Es gibt die machthungrige Ärztin, die immer knapp an der Grenze dessen ist, was sie verarbeiten kann und dann gibt es noch die „Irgendwie-Hauptfigur“ Perry, einen ehemaligen Footballspieler, der mit einer Krankheit infiziert ist, aber nicht zum Arzt geht. Er behandelt sich selbst und ja – auch die Geflügelschere kommt zum Einsatz. Die Figurenzeichnung ist „blockbustermäßig“ und das meine ich nicht negativ. Man kann Typen mögen oder nicht, nur anhand der Art, wie sie sich selbst geben. Perry ist absolut kein Sympathieträger, er ist eigentlich sogar ein richtiges Arschloch. Aber er ist ein Arschloch mit Herz.

Die Story ist am ehesten eine Mischung aus „sie leben“ und „Körperfresser“, unterscheidet sich aber von einem Stephen King Roman dadurch, dass Sigler ganze Kapitel mit wissenschaftlichen Abhandlungen über das Virus und dessen Ausbreitungstricks führt. Er beschreibt die Vorgänge im inneren des Körpers und benutzt oft auch die Fachausdrücke. Im Glossar gibt es am Ende auch noch eine sehr lange Liste mit Quellenangaben.

Und tatsächlich funktioniert diese Geschichte wirklich gut. Es macht wirklich Spaß, den Figuren zu folgen und dem Katz- und Mausspiel zwischen den Personen und dem Virus bzw. den besessenen zu folgen. Es macht auch Spaß, zu lesen, wie eklig es sein kann, wenn bisher unbescholtene Bürger urplötzlich einen irren Blick aufsetzen, sich selbst mit der Axt ein Bein abhacken und sich anschließend auch noch anzünden. Infiziert ist sicherlich kein Buch für zartbesaitete Gemüter, denn Sigler schreibt doch recht plastisch. Blut wird gespuckt und so mancher Tod wird auch ordentlich ausgeschmützt.

Ich halte Sigler seitdem für meinen Lieblingsautoren und werde alle weiteren Bücher von ihm hier vorstellen.

Story: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️, Spaß: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️, Figuren: ⭐️⭐️⭐️⭐️