unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Autorin: Mary Shelley
Übersetzerin: Ana Maria Brock
Illustratoren: @minalimadesign
Verlag: @coppenrathverlag
Inhalt:
Wenn ich „Frankenstein“ sage, hast du vielleicht eine gruselige Figur vor Augen. Vielleicht sogar diesen grünen, muskulösen Typen mit den Schrauben im Hals und dem Quadratschädel, den man aus schlechten Filmen und lustigen, alten Comedyserien kennt. Tatsächlich hat das Monster gar nicht so viel mit den Filmmonstern zu tun. Mary Shelley hat eine Geschichte geschrieben, die auch heute noch irgendwie aktuell ist.
Doktor Frankenstein will den Tod besiegen und selbst Leben erschaffen. Das ist seine einzige Mission. Er scheitert, aber irgendwann schafft er es tatsächlich und dann gibt es dieses Lebewesen. Viktor Frankenstein erschreckt sich so sehr vor der Abscheulichkeit und der Größe des Lebewesens, dass er die Flucht ergreift und das „Monster“ zurücklässt.
Natürlich sucht das Monster seinen Schöpfer. Und Menschen, wie sie nun mal sind, sehen in dem Monster das absolut Böse und behandeln es auch so. Die Kreatur war naiv, wie ein Baby, aber die Menschen haben es immer als missgestaltete Kreatur behandelt. Trotzdem lernt das Monster durch Zuhören die menschliche Sprache. Es findet Viktor dann auch wieder und hat nur einen einzigen Wunsch: „Mach mir eine Gefährtin. Ich war gütig und gut und wurde böse, weil die Menschen mich so behandelten.“ Das Monster hat tatsächlich getötet. Zunächst als Schutzhandlung, später aus Rache.
Viktor Frankenstein willigt zunächst ein. Aber sein Gewissen quält ihn. Was, wenn das Monster sich fortpflanzt? Was, wenn die Gefährtin ebenso böse wird und Menschen tötet? Kurz bevor auch die Frau des Monsters vollständig ist, bricht Frankenstein das Experiment ab und besiegelt so den Tod der Gefährtin.
Das Monster hat das mitgekriegt und bringt aus Rache die frisch getraute Braut von Viktor Frankenstein um. Viktor beginnt nun die Jagd auf die Kreatur.
Das Buch gilt als Meilenstein der „Horrorliteratur“, aber eigentlich ist die Geschichte wohl eher unfassbar traurig, ungerecht und beim Lesen fragt man sich dann doch gelegentlich selbst: Wer ist eigentlich das Böse? Und wir fragen uns immer wieder, ob wir Dinge machen sollten, nur weil sie möglich sind?
Schmuckausgabe:
Der Coppenrath-Verlag hat dieses Buch von Minalima illustrieren lassen. Hunderte von wunderbaren Zeichnungen, eingelegten Kärtchen, Briefumschlägen und vollfarbigen Illustrationen machen dieses Buch zu einem absoluten Sammlerstück. Minalima ist das Designstudio von Miraphora Mina und Eduardo Lima und diese beiden sind absolute Designlegenden. Der Roman ist aufgrund dieser aufwändigen Gestaltung ein Muss in jedem Bücherregal. Das beginnt schon beim hochwertigen Hardcover.
Meine Meinung:
Das Buch ist, wie gesagt, schon 200 Jahre alt und am Schreibstil merkt man das auch. Insgesamt wurden Bücher zu dieser Zeit halt anders geschrieben, als man das heute tut. Deshalb ist das Buch aufgrund des Stiles an erfahrene Leser gerichtet. Es ist keine „schwere“ Sprache, es ist halt die Sprache von früher. Wenn man sich darauf einlassen kann und will, bekommt man eine sehr spannende Geschichte, die tatsächlich zeitlos ist. Wie ich ja schon sagte: Wir, als Menschen, erschaffen mitunter Dinge, die wir nicht kontrollieren können. Oder wir fühlen uns nicht mehr verantwortlich, weil wir meinen, dass sich das schon irgendwie regeln wird.
Fazit:
Letztendlich ist ‚Frankenstein‘ weit mehr als nur die bekannte Gruselgeschichte – es ist eine zeitlose, tragische Warnung vor menschlicher Selbstüberschätzung. Die MinaLima-Ausgabe aus dem Coppenrath-Verlag bildet dazu den perfekten Kontrast: Sie kleidet diese düstere und oft bedrückende Geschichte in ein so wunderschönes und liebevolles Gewand, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Wer bereit ist, sich auf die Sprache von damals einzulassen, bekommt hier nicht nur einen echten Literaturklassiker, sondern ein wahres Kunstwerk für das heimische Regal. Eine klare Leseempfehlung!
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